Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind unsere Energielieferanten. Sie werden in Pflanzen mit Hilfe von Chlorophyll (grüner Pflanzenfarbstoff) und Sonnenenergie aus Kohlenstoff und Wasserstoff hergestellt. Zu den Kohlenhydraten zählen alle Zucker- und Stärkearten sowie die Ballaststoffe.

Facts

  • Alle Kohlenhydrate (KH) werden im Zuge des Vardauungsprozess in Zucker umgewandelt (ausser Ballaststoffe)
  • KH versorgen die Körperzellen, insbesondere aber unser Gehirn und unsere Muskeln mit dem zur Energiegewinnung notwendigen Zucker (Glucose)
  • 1/3 der mit der Nahrung aufgenommenen Glucose wird in Form von Glykogen in der Leber gespeichert. Die anderen 2/3 werden ebenfalls in Form von Glykogen in den Muskeln gespeichert.
  • Das Gehirn hat nur Zugriff auf die Glucosereserven in der Leber. Dies, weil nur das Glykogen in der Leber bei Bedarf wieder in Glucose umgewandelt werden kann und ins Blut abgegeben wird. Das Glykogen in den Muskeln hingegen wird direkt zu ATP (Adenosin-Tri-Phosphat) umgewandelt und steht damit ausschliesslich der Muksulatur als Energiequelle zur Verfügung.
  • Die Speicherkapazität der Leber und der Muskeln sind begrenzt. Glucose, die dort nicht gespeichert werden kann, wird in Fettdepots eingelagert. Dies ist eine Begründung, warum ein übermässiger Kohlenhydrateverzehr dick machen kann.
Es gibt verschiedene Arten von KH, unterschieden werden sie nach Anzahl ihrer kleinsten Bausteine

  • Einfachzucker (Monosaccharide); Diese bestehen aus vielen einzelnen Einfachzucker-Molekülen. Die drei bekanntesten sind Glucose (Traubenzucker, manchmal auch Dextrose genannt, z.B. Honig oder in Früchten), Fructose (Fruchtzucker, ebenfalls in Früchten und Honig) und Galactose (Schleimzucker, zu finden ist Galactose vorwiegend in Milchprodukten, da Galactose ein Bestandteil von Lactose ist).
  • Zweifachzucker (Disaccharide); bestehen aus vielen Doppel-Molekülen, zu denen sich je zwei Einfachzucker-Moleküle zusammengeschlossen haben. Dies kann z.B. der Haushaltszucker sein (Saccharose – besteht aus vielem Glucose-Fructose-Molekülen), Lactose (Milchzucker, besteht aus vielen Glucose-Galactose-Molekülen) oder Maltose (Malzzucker, besteht aus vielen Glucose-Glucose-Molekülen).
  • Oligosaccharide; bestehen aus Verbindungen, zu denen sich jeweils bis zu 10 Einfachzucker-Moleküle zusammengeschlossen haben.
  • Mehrfachzucker (Polysaccharide); Sie bestehen aus Verbindungen mit mehr als 10 Einfachzucker-Molekülen (meistens aus mehreren tausend Einfachzucker-Molekülen). Stärke z.B. besteht aus vielen langen Glucose-Ketten. Jede Kette besteht dabei aus sehr vielen miteinander verbundenen Glucose-Molekülen. Sie kommen z.B. als Stärke (Kartoffeln, Getreide, Teigwaren, Brot), Ballaststoffe (Zellulose, Inulin, Pektin, Oligofructose) oder Glykogen (Energiespeicherform in Leber und Muskulatur, kommt nur in geringer Menge in Lebensmitteln vor) vor.

Ballaststoffe

Lösliche Ballaststoffe

Lösliche Ballasstoffe dienen dem Dickdarm als Quellstoffe, weil sie grosse Mengen Wasser an sich binden können. Sie vergrössern dadurch das Stuhlvolumen und machen den Stuhl weicher. Die Darmentleerung wird so erleichtert. Lösliche Ballaststoffe fördern auch die entwicklung eines gesundes Darms, weil sie den Darmbakterien als Nahrung dienen. Dies sorgt für eine Vermehrung der gesunden Darmbakterien. Lösliche Ballaststoffe sind z.B. Pektin, Inulin und Oligofructose aus Früchten und Gemüsen.

Unlösliche Ballaststoffe

Unlösliche Ballaststoffe sind Faserstoffe und können im Vergleich zu löslichen Ballaststoffen viel weniger Wasser binden. Ausserdem werden Sie von den Dickdarmbakterien kaum angerührt. Sie vergrössern aber dennoch das Stuhlvolumen, regen dadurch die Darmperistaltik an und beschleunigen die Ausscheidung des Stuhls. Diese Faserstoffe sind z.B. Zellulose aus Getreide (z.B. Kleie) und Hülsenfrüchte.

Vorteile von Ballaststoffen

  • Ballaststoffe sorgen z.B. in der Nahrung dafür, dass wir sie intensiver kauen. Dadurch wird eine bessere Nährstoffverwertung (Verdauung) erreicht.
  • Sie sind Magenfüller und sättigen daher nachhaltig.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel liefern weniger Kalorien als die gleiche Menge an ballaststoffarmen Lebensmitteln.
  • Sie bremsen den Zucker, weil sie eine plötzliche Resorption von Glucose ins Blut hemmen. Der Blutzuckerspiegel steigt also in anwesenheit von Ballaststoffen nur moderat an.
  • Ballaststoffe binden die Gallensalze. Sie werden so eher wieder ausgeschieden als dass sie im Dünndarm wieder resorbiert und recycelt werden. Folglich müssen also in der Leber wieder neue Gallensalze hergestellt werden. Weil dazu Cholesterin nötig ist, können Ballaststoffe den Cholesterinspiegel senken helfen.
  • Ballaststoffe hemmen die Ansiedlung von Pilzen im Darm.
  • Ballaststoffe können Toxine (Gifte) und andere unerwünschte Substanzen absorbieren und auf diese Weise zu deren Ausscheidung führen.
  • Ballaststoffe reinigen den Darm, weil sie Ablagerungen an den Darmschleimhäuten verhindern, bzw vorhandene Ablagerungen lösen können.
  • Sie fördern letztendlich die Darmperistaltik und garantieren somit eine regelmässige und zügige Stuhlentleerung.
  • Ballaststoffe werden teilweise von der Darmflora zu kurzkettigen Fettsäuren verstoffwechselt. Diese Fettsäuren können von den Darmschleimhautzellen zur Energiegewinnung genutzt werden und sollen u.a. Darmkrebs vorbeugen helfen.

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Quelle der Informationen: Lehrmittel – Akademie der Naturheilkunde.