Freie Radikale

Bei freien Radikalen handelt es sich um unvollständige Moleküle. Sie sind gefährlich instabil, weil ihnen in ihrer chemischen Struktur ein Elektron fehlt. Aus diesem Grund suchen sie nach einem passenden Elektron, um wieder vollständig zu werden. Entsteht ein freies Radikal, versucht es extrem schnell seine Stabilität herzustellen und attackiert das nächstbeste intakte Molekül (z.B. Moleküle der Zellmembran, der körpereigenen Proteine oder der DNA) um ihm das benötigte Elektron zu nehmen. Dieser Elektronen-Raub wird Oxidation genannt. Da Oxidationen – sobald sie das erträgliche Ausmass übersteigen – den Körper belasten, spricht man von oxidativem Stress.

Da dem bestohlenen Molekül nun selber ein Elektron fehlt, wird es zum freien Radikal. Es macht sich also auf die Suche nach seinem nächsten „Opfer“ um wieder Stabilität zu erreichen. Auf diese Weise wird eine gefährliche Kettenreaktion ausgelöst. Eine hohe Konzentration an freien Molekülen kann folglich zahllose Kettenreaktionen hervorrufen. Dies bedeutet nichts mehr als grosser oxidativer Stress für den Organismus, was auf Dauer zu Schäden im Körper führen kann.

  • Eingeschränkte Zellfunktion bis hin zum Zelltod. Freie Radikale können die Zellmembran oder sogar die Mitochondrien in den Zellen beschädigen und damit die Energiezufuhr der Zelle unterbinden.
  • DNA-Schäden (Folge kann eine unkontrollierbare Zellteilung sein – Entstehung von Krebs)
  • Zerstörung von Rezeptoren (besondere Proteine an der Zelloberfläche die entscheiden, wer/was in die Zelle darf und was nicht) an der Zelloberfläche.
  • Inaktivierung von Enzymen. Enzyme ermöglichen Stoffwechselprozesse aller Art. Fehlen nun diese Enzyme, kann es zu fehlerhaften oder ganz ausbleibenden Körperfunktionen kommen. Dies kann langfristig zu körperlichen Schäden aller Art kommen.

Erste Hinweise auf die Aktivität von freien Radikalen können sich in Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche, faltiger Haut und vielem mehr äussern.

Doch freie Radikale sind nicht alle schlecht. Unser Körper produziert tagtäglich selber freie Radikale, wie Beispielsweise bei der Zellatmung oder bei Immunreaktionen.

  • Bei der Zellatmung; Unsere Zellen brauchen für die Energieproduktion ständig Sauerstoff. Als Nebenprodukt entstehen dabei freie Radikale. Je höher die Energieproduktion im Körper ist, desto mehr freie Radikale entstehen. Dies kann zum Beispiel in Stresssituationen, im Sport oder bei Krankheit sein.
  • Immunreaktionen; Freie Radikale werden von unserem Immunsystem zu einem ganz bestimmten Zweck produziert. Dies, weil freie Radikale nicht nur gesunde Körperstrukturen angreifen, sondern auch gezielt Krankheitserreger (Bakterien, Viren) zerstören oder Entzündungsprozesse eindämmen. Da sind freie Radikale also erwünscht und auch nützlich.

Freie Radikale, die durch äussere Einflüsse entstehen, sind in unserer heutigen Welt stark vertreten. Dies kann und anderem von folgenden Faktoren sein:

  • Chemikalien und Lösungsmittel
  • Luftverschmutzung durch Verkehr, Industrie, Haushalte
  • Schädliche Lebensmittel, z.B. industriell verarbeitete Fette oder Zucker
  • Lebensmittelzusätze wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen etc
  • Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln (Herbizide, Fungizide, Pestizide)
  • Radioaktive und elektromagnetische Strahlung
  • Teilweise chemische Inhaltsstoffe in Pflegeprodukten
  • Übertriebene Sonnenbäder
  • Zigaretten, Alkohol, Drogen und Medikamente

Aus all diesen Gründen ist es sehr wichtig, dass wir unserem Körper helfen, den massiven Überschuss an freien Radikalen zu bekämpfen. Die besten Helfer sind die Antioxidantien.

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